2007
BOSTON LEGAL oder: Nur über meinen Anwalt!
„Und noch eine Anwaltsserie! Seufz!“ – mag so mancher Zuschauer gedacht haben, als BOSTON LEGAL im deutschen Fernsehen anlief. Der zweite Gedanke mag gewesen sein:“Moment, den kenn ich doch…ist das nicht Captain Kirk von der Brücke der Enterprise? Wo hat der denn seinen bunten Anzug gelassen?“- richtig, oder: Fast richtig. In der Tat handelt es sich um William Shattner, bekannt als Old Schüttelhand oder eben auch als Captain Kirk von der Brücke der Enterprise.
Im Mittelpunkt steht die renommierte Bostoner Anwaltskanzlei Crane, Poole & Schmidt. Alan Shore (James Spader) und Denny Crane (William Shattner) stehen dabei im Mittelpunkt der Serie.
Insofern fällt es etwas schwer, ihm den whiskeyglasschwenkenden, auf seinem Balkon sinnierenden Anwalt mit hochrotem Kopf auch tatsächlich abzukaufen. Die Serie behandelt die Hintergründe und Abgründe in einer Bostoner Anwaltskanzlei mit sehr feinem Humor. Alle alltäglichen Katastrophen rund um den Prozess-Saal werden ebenso behandelt wie die persönlichen und privaten Angelegenheiten, die uns Zuschauer doch so sehr interessieren. So erfahren wir, dass-oh Wunder!- Anwälte auch nur Menschen sind. Wir erfahren, dass sich hinter dem feinen Zwirn sensible Seelen verbergen und bekommen Einblicke in den Alltag und die Abgründe der amerikanischen Gerichtsbarkeit.
Boston Legal war- im Vergleich mit einigen anderen hier vorgestellten US-Serien- sowohl im Hinblick auf die Auszeichnungen als auch die Einschaltquoten nicht ganz so erfolgreich: Grammys oder Golden Globes-Gewinne sind bislang nicht zu verzeichnen. Und um ehrlich zu sein: Der dramaturgische Bogen der Serie und die schauspielerische Leistung der Beteiligten bewegt sich nicht gerade in dem Marktsegment, in dem eine derartige Prämierung der Leistungen zu erwarten wäre; soll heißen: Es steht wohl nicht zu befürchten, dass der ausrangierte Captain Kirk noch einen Golden Globe abstauben wird- dazu schwenkt er das Whiskeyglas ein wenig zu lässig.
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